Klaustrophobiker sollten an „Sant Jordi“ definitiv zu Hause bleiben, denn die zweite mögliche Option (wegfahren ist so gut wie unmögich!) heisst: mitfeiern! Und zwar inmitten tausender Menschen, Bücher und Rosen.
Unsere Spanischlehrerin Eugenia macht uns Freitag Abend aufmerksam: Morgen ist Sant Jordi – da ist was los! Sollte man nicht verpassen. Na gut. Wenn was los ist, sind wir dabei. Was heißt wenn was los ist? Die Stadt hat rund 1,6 Mio. Einwohner und wir haben das Gefühl, die sind heute alle auf den Strassen Barcelonas.
Bücher, Rosen und Menschen soweit das Auge reicht. Herrlicher blauer Himmel, Sonnenschein und zeitlupenartige Fortbewegung. Die Rambla: gesperrt für den motorisierten Verkehr. Sämtliche Straßen werden von Guardia Urbania und Guardia Civil geregelt. Am Meisten haben mich die berittenen Polizisten auf wunderschönen Andalusiern beeindruckt: Das Pferd (Fluchttier, ja?) passagiert durch die Menge, schafft sich Raum und gibt der oben thronenden Polizistin einen einmaligen Ausblick über die Situation.
Wer ist eigentlich Sant Jordi? Bei uns heißt der gute Mann „Heiliger Georg“ und hat den Drachen besiegt. Das hat er auch hierzulande getan, doch darüberhinaus ist er der Schutzpatron für Katalonien und insbesondere für alle Verliebten*. Dazu kommt, dass an einem 23. April, Miguel de Cervantes (Autor von Don Quichote und somit einer der berühmtesten Schriftsteller Kataloniens) verstorben ist.
*Daher schenkt Mann an diesem Tag Rosen und Frau ein Buch. Wir haben beides ausgelassen (haben uns auch ohne Buch und Blumen lieb) und dafür das Spektakel mit den Handys dokumentiert: