Ein Ausflug zum Pont d’Arc wird für mich zu einer Mega-Zitterparie. Nein, keine Schwindelgefühle oder ein unsicherer Tritt am felsigen Untergrund. „Nur“ den Ehering verloren – zwischen etwa 200 kleinen Felsspalten 3 Meter über dem Fluss!
Für das beste Bild geht man auch als Assistent dorthin, wo die Fotografin vorgeht – und Bree geht für das bestmögliche Bild überall hin! Wenn es sein muss, auch über’s Wasser.
Über das Wasser musste ich diesmal zwar nicht, aber nahe ans Wasser heran; genaugenommen ans Ufer der Ardèche, ein Fluß in Südfrankreich und der Pont d’Arc ist eine natürliche Felsbrücke über den Fluß.
Beim Hantieren mit der Fototasche höre ich ein metallisches „Kling!“ am Boden und denke mir noch, „Was kann das gewesen sein, hier am Fels und so knapp beim Wasser?“ Aber erst 5 Minuten später merke ich, da fehlt etwas an meiner rechten Hand. So also klingt es, wenn Gold auf Felsen trifft. „NEIIIN!“
Wie findet man einen kleinen Ring, der irgendwo in einer der unzähligen Felsspalten liegt … ins Wasser ist er nicht gerollt, ich hab nämlich nach dem metallischem „Kling!“ kein „Platsch!“ gehört.
Wichtig in diesem Augenblick: eine gut koordinierte Vorgehensweise!
- Keine Panik, zumindest nicht nach Außen.
- Meldung an die beste Ehefrau von allen.
- Nachdenken: wo stand ich vor 5 Minuten?
- Panik!!! – (Innerlich, um die beste Ehefrau von allen nicht unnötig in Sorge zu versetzen. Gut, diese fotografiert relativ gelassen weiter…)
- Nochmal nachdenken, wo ich vor 5 Minuten das metallische „Kling!“ gehört habe. Ich grenze jetzt die Möglichkeit auf ca 150m2 Felsenfläche ein. Wird ja schon.
- Nochmal Panik, ganz kurz, dann
- Suchen
- Finden!
Ich habe nicht die leiseste Ahnung, wie ich es geschafft habe innerhalb einiger Minuten meinen Ring zu finden; hätte ich darüber nachgedacht, wäre ich sicherlich zu dem Ergebnis gekommen: den finde ich nie, hat gar keinen Sinn.
Ich hab wieder was für’s Leben gelernt: schon bevor man was probiert hat zu sagen: das geht nicht, egal wie aussichtslos es scheint– ist blöd. Probieren und schaffen oder probieren und scheitern. Beides OK. Aber NICHT probieren: geht gar nicht.
Ich bin der Herr des Ringes. In Zukunft an einer Kette um den Hals.