T73 – Endlich! Mehr Meer.

Das Leben könnte nicht abwechslungsreicher sein: ein Morgen bringt Wind und trägt uns mit Hochstimmung und Schräglage auf das offene Meer hinaus, am nächsten Tag zeigt die See sich spiegelglatt, die Segel hängen. Wieder tags darauf gutes Wetter, aber um das Cap herum erschweren 2-Meter-Wellen das Vorwärtskommen und bringen zwar Delphine heran, aber auch Übelkeit an Bord. Vollmondnächte folgen auf rote Sonnenuntergänge, klassische Musik, Lachen, Gespräche, Lernen und Schweigen. Zwei Wochen voller Intensität und Abenteuer.

Aber von vorn: Ständig zieht es uns ans Meer. Zum Yoga, zum Wandern, zum Essen, zum Radfahren… Aber nichts davon ist „nahe“ genug. Wir wollen das Meer näher erleben und spüren: wir wollen Segeln lernen!

Die „Skywalker“ ist eine Bavaria 49 und – zugegeben – schon etwas gebeutelt. Sie wird für die kommenden 14 Tage unser Zuhause und Schulungsschiff sein. Skipper Wim empfängt uns an Bord. Er misst rund 2 Meter und ist die Ruhe in Person. Wir wissen es noch nicht, aber egal welche Situation während unseres SKS-Kurses wir erleben werden, Wim bleibt gelassen und ruhig. Diese Eigenschaft beeindruckt mich schon ein bisschen und ich nehme mir insgeheim vor, auch irgendwann so cool zu werden.

Gleich am ersten Tag geht es direkt auf die Nachbarinsel Menorca und für einige Stunden sehen wir weder die eine noch die andere Küste. Wasser wohin das Auge reicht. Ich mache ein paar erste Experimente: an Deck alles super, unter Deck herumlaufen, kein Problem, unter Deck sitzen ist okay, unter Deck lesen: GAR NICHT GUT !!! Auf Deck durch die Kamera gucken, geht. Okay meine Grenzen sind abgesteckt, kann losgehen. Walter ist alles völlig egal, ich denke der könnte (wenn er könnte) auch einen Kopfstand unter Deck machen und der Magen würde dennoch kein flaues Gefühl vermelden.

Bei Sonnenuntergang ankern wir – ziemlich heftig schaukelnd – in einer Bucht auf Menorca. Für den ersten Tag ganz schön viele neue Eindrücke. Wir sind superhappy, irgendwie angeknipst und trotzdem richtig müde, also lassen wir uns in den Schlaf schaukeln.