Sonnenaufgang im Hafen Palmas. Unsere Fähre legt neben festlich erleuchteten Kreuzfahrtschiffen an. Eine Aida – quasi eine Kleinstadt – schwimmt neben uns und als erstes stechen die Luxuskabinen am Bug ins Auge. Die Holzklasse sieht man nicht. Soll man wahrscheinlich auch nicht…
Kontraste begleiten uns auf allen Reisen, egal wo wir hinkommen. Am extremsten war es in Las Vegas. Sündteure Geschäfte, Mode im 5stelligen €-Bereich, Dörfer aus Spielautomaten und Roulettetischen, dreifache Portionen im Restaurant, Luxuslimousinen, Stars in den abendlichen Shows. Doch wenn man von einem Megahotel ins nächste wechselt verschlägt einem die Armut die Sprache. Prostitution, behinderte Veteranen, Bettler… Wir geben Essen statt Geld, weil auch Drogen ein Thema sind.
Ein Signalhorn holt mich nach Palma zurück, unsere Fähre spuckt bereits riesige Sattelschlepper aus, die zuvor dicht an dicht an Deck standen. Nichtmal ein Moped hätte dazwischen gepasst. Die Nacht war kurz, nur ein paar Stunden Schlaf im Salon in welchen wir vor dem Husten und Schnarchen unserer rund 50 Mitreisenden geflüchtet sind. Die € 180 für eine private Kabine haben wir uns gespart, die werden wir besser investieren können.
Die erleuchtete Kathedrale von Palma steht im krassen Gegensatz zu dem Briten, der offensichtlich durchgefeiert hat und uns erklärt, dass Himmler und Rommel die besten Deutschen waren. Auf eine Diskussion haben wir keine Lust, bemerken nur, dass wir keine Deutschen sondern Österreicher sind, aber das ist ihm ziemlich egal als er weiter sein Weltbild zum Besten gibt. Schnell weiter!